50 Tote bei Luftangriffen auf Idlib und Aleppo


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Irak, Syrien, Libyen – in diesen Ländern wütet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ besonders brutal. Nach den Anschlägen von Paris hat die Anti-IS-Koalition ihre Angriffe gegen den IS intensiviert. Deutschland beteiligt sich auch: mit Aufklärungsflugzeugen und Soldaten.

50 Tote bei Luftangriffen auf Idlib und Aleppo

Kurz vor einer ab Montag geltenden Waffenruhe sind bei Luftangriffenin Syrien erneut Dutzende Menschen getötet worden. Ziele der Angriffe am Samstag waren nach Angaben von Aktivisten die Städte Idlib und Aleppo. Bei den Syrien-Gesprächen in Genf hatten sich die USA und Russland zuvor auf die Waffenruhe für das Bürgerkriegsland verständigt.

Bei den Angriffen auf einen Markt in Idlib und mehrere Wohnviertel wurden mindestens 58 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Mindestens 90 weitere Menschen seien verletzt worden. Unter den Toten seien 13 Kinder.

Steinmeier begrüßt Einigung auf Waffenruhe in Syrien

12.27 Uhr:Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Verständigung auf eine Waffenruhe und militärische Kooperation der USA und Russlands in Syrien begrüßt. Er rufe alle Konfliktparteien in Syrien und in der Region auf, “die jetzt zwischen Washington und Moskau getroffenen Vereinbarungen einzuhalten und das Kämpfen spätestens am Montag einzustellen”, erklärte Steinmeier laut Mitteilungin Berlin.

“Wenn es gelingt, den Waffenstillstand landesweit durchzusetzen, ist das eine echte, neue Chance für den so dringend benötigten humanitären Zugang zu Hunderttausenden Menschen in Not”, so Steinmeier. Zu den russisch-amerikanischen Verhandlungen sagte er: “Das war eine schwere Geburt, wegen unterschiedlicher Interessen, die miteinander in Einklang gebracht werden mussten, aber auch weil die Lage in Syrien so außerordentlich kompliziert und verworren ist.”

Der ehemalige Generalinspekteurder Bundeswehr, Harald Kujat, bewertet den Friedensplan für Syrien als möglichen ersten Schritt zu neuen politischen Syriengesprächen. Die Nachricht des Tages sei für ihn allerdings, dass Moskau und Washington auch militärisch gemeinsam vorgehen wollten, sagte der General a.D. im Deutschlandfunk. Wenn überhaupt, lasse sich der Konflikt aber nur mit einer engen Zusammenarbeit der USA mit Russland lösen.

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dpa/Donat SorokinDie Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Sergej Lawrow beraten in Jekaterinburg am Ural.

USA und Russland planen militärische Kooperation

Samstag, 10. September, 08.00 Uhr:Nach langwierigen Verhandlungen haben sich die USA und Russland auf Maßnahmen zu einer Befriedung des Syrien-Konflikts verständigt. Am Montag solle eine Waffenruhe in Kraft treten, sagte US-Außenminister John Kerry in Genf an der Seite seinesrussischenKollegen Sergej Lawrow. Beide Seiten stellten zudem eine mögliche militärische Zusammenarbeit in dem Bürgerkriegsland in Aussicht.

“Heute kündigen die Vereinigten Staaten und Russland einen Plan an, von dem wir hoffen, dass er die Gewalt verringern, das Leiden lindern und eine Bewegung hin zu einem verhandelten Frieden und einem politischen Übergang in Syrien in Gang setzen wird”, sagte Kerry. Die USA glaubten, dass Russland den Einfluss habe, die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad dazu zu bringen, “den Konflikt zu beenden, an den Verhandlungstisch zu kommen und Frieden zu schließen”.

Lawrow sagte, der russisch-amerikanische Plan erlaube es, eine “wirksame” Zusammenarbeit zu begründen, “um gegen den Terrorismus zu kämpfen, vor allem in Aleppo, und um die Waffenruhe zu festigen”. Beide Seiten würden künftig gemeinsam Luftangriffe gegen “Terroristen” koordinieren. “Wir haben uns auf Zonen verständigt, wo solche Schläge abgestimmt werden”, sagte der russische Außenminister. Lawrow kündigte dazu die Einrichtung einer “gemeinsamen” russisch-amerikanischen Einsatzzentrale an.