Die einen würden für Erdogan sterben – die anderen fürchten wegen ihm um ihr Leben


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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird in Deutschland stark kritisiert. Er bekämpft die türkische Opposition und wird immer wieder wegen der Menschenrechtssituation angegriffen. Was viele ausländische Beobachter leicht übersehen: Die Mehrheit der türkischen Bevölkerung hat ein ganz anderes Bild von Erdogan. Doch warum ist das so?

 

Die Diskrepanz zeigte sich am Freitagabend: Der Jubel ist groß, als Erdogan in Istanbul landet. Während im Land ein Militär-Putsch läuft, ruft er seine Anhänger via Videobotschaft dazu auf, sich gegen die Soldaten zu stellen. Viele folgen dem Aufruf.

Generell gilt: Das Land ist in der Unterstützungsfrage für Erdogan geteilt. In den türkischen Metropolen gibt es zwar durchaus AKP-Kritiker. Doch gerade auf dem Land leben die Unterstützer Erdogans. Türkeiexperten erklären, dass die AKP tendenziell die Partei der kleinen Leute ist – und dort einen großen Unterstützerkreis hat.

Bei der Wahl im November 2015 erreicht die AKP mit 49,5 Prozent der Stimmen 317 der 550 Sitze in der Nationalversammlung in Ankara. Damit gewann sie die absolute Mehrheit zurück.

In spontanen Demonstrationen in Deutschland brachten viele Türkischstämmige ihre Solidarität und Unterstützung für Erdogan zum Ausdruck. Viele Türken hierzulande stammen aus ländlichen Regionen in der Türkei und stehen der AKP nahe. Der Wähleranteil der AKP in Deutschland ist sogar höher als in der Türkei selbst.