Der Anti-Politiker, der US-Präsident werden will


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Der Milliardär Donald Trump will Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden. Anfangs wurde Trumps Kandidatur von vielen belächelt. Aber nun fährt er bei den Vorwahlen in den USA einen Sieg nach dem anderen ein. Wer ist der Mann, der Chancen darauf hat, der nächste US-Präsident zu werden?

Der US-Milliardär Donald Trumpwürde niemals von sich behaupten, ein Politiker zu sein. „Politiker können reden, aber sie bekommen nichts geschafft“, schreibt der Mann, der Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei werden will, auf seiner Kampagnenseite. Der Immobilien-Mogul verkauft sich als erfolgreicher Macher: „Gib niemals auf!“, „Nicht kleckern – klotzen!“ heißen seine Bücher. Oder auch: „Trump – wie man reich wird“.

„Wie man reich wird“ – das weiß „The Donald“ anscheinend gut: Als er im Sommer 2015 seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte, bezifferte er sein Vermögen auf mehr als acht Milliarden US-Dollar, nach aktuellem Wechselkursetwa 7,3 Milliarden Euro.

Trump weiß seinen Erfolg als Unternehmer richtig zu verkaufen

In anderen Ländern als den Vereinigten Staaten wäre Trumps immenser Reichtum ein Nachteil: Ein milliardenschwerer Sohn eines Immobilien-Tycoons – wie soll der einen Bezug zu den „einfachen Leuten“ haben, die ihn wählen sollen? In den USA hat der Milliardär dieses Problem nicht: Er münzt seinen unternehmerischen Erfolg zum sicheren Zeichen dafür um, dass er auch als US-Präsident all seine Ziele erreichen würde.

„Ich habe eine starke Erfolgsbilanz vorzulegen, und wenn ich gewählt werde, werde ich tun, was ich versprochen habe“, schreibt Trump. Sein Versprechen: „Make America great again“ – die Vereinigten Staaten wieder in allen Bereichen zur Weltspitze machen. Trump hat verstanden: Amerika liebt Gewinnertypen.

Donald Trump, US-Wahlen, Republikaner

Er spricht auf dem Niveau eines Grundschülers – aber er ist nicht dumm

Bei „einfachen Wählern“ anzukommen, ist für den Milliardär kein Hindernis: Trump sieht sich nicht nur als Anti-Politiker. Er redet auch ganz anders, als Politiker es normalerweise tun. Trump spricht vor Publikum auf dem Niveau eines Dritt- bis Viertklässlers, ermittelten Sprachanalysten. Seine Sätze sind kurz, die Botschaften simpel: „Wenn wir keine Grenzen haben, haben wir kein Land“, schreibt Trump zum Beispiel auf seiner Kampagnenseite.

Der Milliardär war der Republikanischen Partei nicht immer treu

Denkt der Mann, der immerhin einen Studienabschluss in Wirtschaftswissenschaften hat, wirklich so simpel? „Trump ist kein Idiot, er redet nur wie einer“, urteilte das US-Magazin „Politico“ im vergangenen Jahr. Damit hat der Unternehmer ungeahnten Erfolg: Während viele Beobachter Trump zunächst nur Außenseiterchancen auf die Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner zugestanden, wird nach den ersten Vorwahlen immer klarer:

Trump wird für die „Grand old Party“, so ein Beiname der Republikanischen Partei, ins Präsidentschaftsrennen gehen. Dabei ist Trump nicht gerade eine Persönlichkeit, die man einen „treuen Republikaner“ nennen würde: Ganze zwei Mal trat er aus der Partei aus – ein Mal wechselte er gar zur direkten Konkurrenz, der Demokratischen Partei.

Seine Anhänger nehmen ihm das nicht übel: Es passt zum Bild des Multimilliardärs, der anders ist als „normale“ Politiker und so reich, dass er es nicht nötig hat, sich mit den Granden der Republikanischen Partei gut zu stellen. Ins Bild eines klassischen Konservativen würde schon Trumps Privatleben nicht passen: Er ist bereits in dritter Ehe verheiratet, und seine Partnerinnen waren nie brave Countryclub-Hausfrauen, sondern immer Models oder Schauspielerinnen.