Buch „Krieg mit Russland“


Ehemaliger NATO-General Shirreff schreibt über militärischen Konflikt in Europa

urn-newsml-dpa-com-20090101-170209-99-217779-large-4-3

„Krieg mit Russland“ ist ein Buch, das wegen seines Autors so besonders interessant ist. Denn General Richard Shirreff war von 2011 bis 2014 der stellvertretende Oberkommandierende der NATO für Europa.

Seit 1976 diente er in den britischen Streitkräften. Wenn er also darüber schreibt, wie ein militärischer Konflikt in Europa eskalieren könnte, was das für beide Seiten bedeutet und welche Folgen die Politik der letzten Jahre auslöst, dann muss man da genau hinsehen. Mehr noch, wenn der frühere NATO-Oberkommandierende in Europa, Wesley K. Clarke, schreibt: Das muss man lesen.

Mangelnde Verteidigungsbereitschaft

Richard Shirreff bekennt zu Beginn gleich, dass er nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst eine Reihe von politischen Analysen geschrieben hat, die von denjenigen gelesen wurden, die selbst politische Analysen schreiben. Das ändert am Grundproblem der mangelnden Verteidigungsbereitschaft nichts, schlussfolgerte er und so soll der Militär-Roman einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln, woran es den NATO-Truppen mangelt: an Personal und Ausrüstung, an Training und dem politischen Willen der Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit. Das Buch hat eine deutliche politische Botschaft. Und wie es so kommt, sie passt gerade in die Zeit, in der alle Regierungen der NATO-Mitgliedstaaten verkünden, zukünftig mehr für die militärische Handlungsfähigkeit ausgeben zu wollen.

Im Weißen Haus regiert eine Frau

Dahin wirkte schon ist die frühere amerikanische Regierung, die von den europäischen Partnern mehr verlangte. Aber auch Präsident Trump ist verantwortlich, der ziemlich rüde und ohne weitere Rücksicht zu nehmen, die NATO in Frage gestellt hat. Weil sie nicht über adäquate Fähigkeiten verfüge, die Sicherheitsprobleme von heute zu lösen, und einige Staaten meinten, auf dem Trittbrett mitfahren zu können, während andere die Kosten tragen, müsse man die gesamte Allianz in Frage stellen. Dabei hat Sherriff nicht vermutet, dass Donald Trump das Amt antreten wird, denn im Roman regiert im Weißen Haus eine Frau. Allerdings eine, die aus der Wirtschaft kommt und im Verlauf des Konfliktes keinen Zweifel daran lässt, Nuklearwaffen gegen Russland einzusetzen.

Focus.de