Deutsche in Kabul getötet


Bewaffnete haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine deutsche Frau getötet. Im Südosten des Landes gab es einen Anschlag mit 20 toten Polizisten.

Eine Deutsche ist in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet worden. Das sagte der Sprecher das afghanischen Innenministeriums, Nadschib Danisch, am Sonntag. “Eine finnische Frau wurde entführt”, fügte er hinzu. Der Zwischenfall habe sich vor der Unterkunft der Ausländerinnen ereignet. Ein Wachmann des Gästehauses sei erschossen worden. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. “Wir können nicht sagen, ob der Zwischenfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat, aber eine Untersuchung läuft”, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Die Täter seien entkommen.  

Wegen der schlechten Sicherheitslage hatten ausländische Organisationen ihre Maßnahmen zuletzt weiter verstärkt. So hatte die deutsche Entwicklungshilfsorganisation GIZ im Mai erklärt, ihre Büros im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul aufzugeben. Sie zog in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand.

Die GIZ schloss damit sechs der sieben Büro- und Wohngelände, die sie in den vergangenen Jahren – als Reaktion auf das Erstarken der radikalislamischen Taliban und mehr Anschläge in Kabul – für Hunderttausende Euro mit Sprengschutzwänden und Stahlschleusen gesichert hatte. Die Sicherheitssituation in Afghanistan hat sich seit dem Abzug der meisten internationalen Truppen 2014 stark verschlechtert. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif war schon im Winter nach einem Angriff der Taliban in das deutsche Militärlager umgezogen. 2015 waren zwei Mitarbeiter der GIZ entführt worden. Mittlerweile hat sich die Zahl der deutschen und internationalen Mitarbeiter von rund 200 auf rund 100 verringert.

Polizisten im Südosten und Norden Afghanistans getötet

Ebenfalls am Sonntag sind bei einem Angriff der Taliban im Südosten Afghanistans mindestens 20 Polizisten getötet worden. Dies sagte der Gouverneur der Provinz Sabul, Bismillah Afghanmal. Nach Angaben des Gouverneurs griffen die schwer bewaffneten islamistischen Kämpfer zeitgleich mehrere Polizeiposten im Bezirk Schah Dschoi an. Die Taliban verüben in ihrem Kampf gegen die Regierung Afghanistans regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden.

Weitere Bewaffnete haben bei einem Angriff auf eine Patrouille im Nordwesten Pakistans vier Polizisten erschossen. Der Polizeibeamte Arif Khan sagte, die Attacke am Sonntag habe sich im Bezirk Kohat ereignet, rund 90 Kilometer südlich von Peshawar in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Die Polizei habe die Jagd auf die geflohenen Angreifer aufgenommen.